Zitat des Monats

Dr. Trelawny richtete sich auf.

‘Das Wesen des Alls ist die Göttlichkeit des Wahren’.

Der General antwortete mit einem Zucken des Kopfes.

‘Die Vision der Visionen heilt die Blindheit des Sehens’.
Die Wohlwollenden, S.79

Tanzen Sie mit …!

Tauchen Sie ein in die Welt von Nicholas Jenkins, Charles Stringham und Peter Templer, werden Sie Teil der entschleunigten Welt des Englands der 20er und 30er Jahre, erleben Sie den «Blitz» über London aus Sicht der Betroffenen und begleiten Sie die britische Gesellschaft der Nachkriegszeit bis hin zum Hippiekult der späten 60er und frühen 70er. Anthony Powell hat ein breit gesponnenes Netz von unterschiedlichsten Persönlichkeiten geschaffen, die sich über Jahrzehnte hinweg begegnen, aus den Augen verlieren und wieder zusammen kommen, wie die Schriftsteller St John Clark, JG Quiggin und X Trapnel, der Universitäts-Don Sillery («Sillers»), der exzentrische Lord Warminster, der Citymagnat Sir Magnus Donners, der Musiker Hugh Moreland, der Maler Edward Deacon, der Kritiker Maclintick oder der Sektenführer Scorpio Murtlock. Und  neben vielen anderen Adeligen, Gelehrten, Bohemians und Künstlern natürlich den lebenslangen Widerpart des Ich-Erzählers Nick Jenkins, Kenneth Widmerpool, Sohn eines Handelsvertreters für Flüssigdünger, Etonschüler, Anwalt, Unternehmer, Parlamentsabgeordneter, Präsident einer obskuren Universität in den Midlands und dann schließlich Mitglied im House of Lords.Treffen Sie auf so wunderbare Frauen wie die Tolland Sisters (von denen eine, Lady Isobel, Nicks Ehefrau wird), oder Baby Wentworth, die nie wieder ein Wort mit ihren verflossenen Liebhabern spricht, die wahrsagende Myra Erdleigh, gelegentliche Lebensgefährtin von Onkel Giles, die «fashionable beauty» Bijou Ardglass (Chips Lovell: «Have you slept with her? Most of one’s friends have») und schließlich Pamela Flitton, verh. Widmerpool, einem Kritikerurteil nach «the biggest bitch in English literature».Kurzum: lesen Sie den zwischen 1951 und 1975 entstandenen 12bändigen  «Dance to the music of time», laut Anthony Powell «told over the dinner table», der Leben und Sterben eines breit gefächerten Freundes- und Bekanntenkreises in der Zeit zwischen 1914 und 1971 nachzeichnet.Lorem ipsum «… wie trockener Champagner, kühl, humorvoll… . Realistischer als Proust… und viel vergnüglicher» (Evelyn Waugh). Eine Kurzbeschreibung der einzelnen Romane finden Sie  >hier<.

10 Jahre Anthony Powell Gesellschaft

Am 21.12., dem Geburtstag von Anthony Powell, wurde im Jahr 2010 die Gesellschaft, die sich die Verbreitung seiner Romane im deutschsprachigen Raum zur Aufgabe gemacht hat, in Köln gegründet. Die Nachrichten über die in diesen 10 Jahren entfalteten Aktivitäten finden sich im Archiv. Das Le Bas – Dinner, das wir in den letzten Jahren, dem Beispiel von Kenneth Widmerpools und Nicholas Jenkins Eton-Hauslehrer folgend, im Hotel Excelsior ausgerichtet haben, fällt dieses Jahr der Pandemie zum Opfer. Wir sind aber zuversichtlich, in 2021 zu einem umso festlicheren Dinner zu Ehren von Anthony Powell einladen zu können.

Giddy Heads….

…. hat Anthony Powell in dem dem Buch vorangestellten Burton – Zitat seine 1931 erschienen ‘Afternoon Men’ genannt, die jetzt vom Elfenbein Verlag (wieder mit Unterstützung der auch der APG immer wieder hilfreich zur Seite stehenden Brougier – Seisser – Cleve – Werhahn – Stiftung) in der Übersetzung von Heinz Feldmann als ‘Die Ziellosen‘ vorgelegt wurden (besprochen von Peter Kislinger am 03. Dezember 2020 im ORF). Es handelt sich um den ersten Roman von Anthony Powell, dem vor dem 2. Weltkrieg noch weitere vier (Venusberg, From a View to a Death, Agents and Patients und What’s become of Waring?) folgten, bevor er sich dann in den 50er Jahren dem ‘Dance…’ widmete.

Sir Simon Russel Beale …

….der beste Film – Kenneth Widmerpool aller Zeiten (bislang aber auch der einzige) erinnert sich gern an die Zeit der TV – Verfilmung des ‘Dance…’ im Jahre 1997, die für ihn, den reinen Bühnenschauspieler, einen bedeutenden Punkt seiner Karriere dargestellt hätte. ‘It was a great time in my life’, so erinnert sich einer der derzeit bekanntesten britischen Schauspieler, der sich gerade auf die Rolle des Scrooge in A Christmas Carol vorbereitet, in der ‘Times’ vom 24. Mai 2020. Und so viele Menschen als Vorbilder für Widmerpool in Frage kommen (oder die eine Vorbildfunktion für sich reklamieren, obwohl Kenneth ja nicht als der sympathischste Charakter des Romans portraitiert wird), Sir Simon bekennt, dass für seine Interpretation der Labour – Politiker Herbert Morrison (1888 – 1965), der im Kriegskabinett Winston Churchills gedient hat und später Vize – Premier unter Clement Attlee wurde, Pate gestanden hat.

At Lady Molly’s revisited

In ‘The Times’ vom 01. August 2020 erinnert sich James Marriott in der Rubrik ‘Rereading’ an seine erste Lektüre von Lady Molly, als er am Ende seines Studiums angekommen war. Er schildert die Partys und die Verlobung von Widmerpool mit Mildred Haycock, die er ‘fast’ nennt, und das Portrait von George Orwell als Lord Warminster in den wärmsten Farben. Powell sei der ideale Autor bei der Entdeckung gewesen, dass das Leben ‘größer und mysteriöser’ sei als erwartet. Und er berichtet, dass Powell nicht nur am Ende seines Studiums ein hervorragender Begleiter gewesen sei, sondern auch jetzt zu Beginn seiner beruflichen Karriere als neuer Deputy Book Editor bei der ‘Times’. Das bringt ihn zu dem Schluss, dass Anthony Powell der ‘perfekte Begleiter für alle Stufen der menschlichen Existenz’ sei. Und er schließt: ‘Few novelists are wiser about people or about life’. Dem kann die APG nur zustimmen.

Deutsche Übersetzung vollendet

Der Elfenbein Verlag hat pünktlich zur Frankfurter Buchmesse Band 12 des «Tanz…» vorgelegt. Unter dem Titel «Der Klang geheimer Harmonien» liegt der letzte Band in der Übersetzung von Heinz Feldmann vor, dessen Übersetzung von der Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung gefördert wurde. Der Originaltitel «Hearing secret harmonies» ist 1975 bei William Heinemann, London, erschienen. Jetzt liegt erstmals eine vollständige deutsche Übersetzung vor, nachdem zwei frühere Versuche bei der Deutschen Verlags-Anstalt und beim Ehrenwirth-Verlag in den 60er bzw. 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts gescheitert waren. Den Kurzinhalt aller Bände des «Dance…» finden Sie >hier<. Sodann hat Elfenbein auch den wertvollen Führer durch den «Tanz…» von Hilary Spurling in einer Übersetzung von Sabine Franke angekündigt: «Einladung zum Tanz – Ein Handbuch zu Anthony Powells ‹Ein Tanz zur Musik der Zeit›». Und bald soll auch die Biographie Anthony Powells aus der Feder seiner alten Freundin Hilary Spurling vorliegen, wieder übersetzt von Heinz Feldmann. Die ersten Bände liegen bereits seit einiger Zeit vor und sind von der Presse ausgesprochen positiv aufgenommen worden:  Very British – und besser als Balzac … Die schönste lange Romanreise der Weltliteratur … Elegante Übersetzungen Heinz Feldmanns … (Andreas Isenschmid, DIE ZEIT) Feldmann hat … ein sicheres Gefühl für den Rhythmus der oft langen Perioden und trifft den Ton beim fast noch schwierigeren Geplauder. Kurz, er ist der richtige Mann für den riskanten Job … (Michael Maar, Süddeutsche Zeitung) Die Musik dieses Erzählers ist mitreißend … ein Gipfeltext des 20. Jahrhunderts … (Tobias Döring, Frankfurter Allgemeine Zeitung) … eine ins Unendliche gedehnte Dinnerparty … ein Großversuch, das Leben zu begreifen … (Martin Ebel, Tages-Anzeiger) Die einzelnen Bände können direkt beim >Elfenbein Verlag< bestellt werden.

Hörbuchedition des «Tanz…» schreitet fort

Nachdem der SWR das Projekt nicht weiter finanzieren wollte, hat die Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung die Finanzierung der Hörbuchedition des «Tanz…» mit dem Sprecher Frank Arnold bei Speak Low übernommen. Inzwischen sind ‘Das Tal der Gebeine’ und ‘Die Kunst des Soldaten’ erschienen. www.speaklow.de

Dazzling and funny

Die «Sunday Times» weist in ihrer Ausgabe vom 12. August 2018 auf die Neuerscheinung eines «vergessenen Schriftstellers» hin: «Futility» von William Gerhardie. Von Evelyn Waugh ein «Genie» genannt, wird in dem Sunday Times-Artikel – neben Catherine Mansfield – auch Anthony Powell genannt. Dieser erwähnt Gerhardie auch in seinem Memoiren «Messengers of day», S. 85/86. Kurz nachdem AP bei Duckworth angefangen hat, wurden dort die Bücher von William Gerhardie verlegt, u.a. «The polyglotts» (1952), die AP «an outstandig novel» nennt.

Widmerpool in Cricket

Peter Kislinger aus Wien, der seine Doktorarbeit über Anthony Powell geschrieben hat, weist uns freundlicherweise auf folgende Presseveröffentlichung hin: «Widmerpudlians with a passing interest in sporting matters may – or may not – like to be alerted to the fact that, on p. 109 of ‘White on Green – Celebrating the Drama of Pakistan Cricket’, by R. Heller and P.Oborne, published by Simon & Schuster in 2016, a former Pakistani Test cricketer, and subsequently President of the Board of Control of the sport in that country, one Ijaz Butt by name, is there described as ‘the Widmerpool of Pakistan cricket’.»

Powell oder Pole?

Die Enkeltochter von AP, Georgia Powell, hat in einem Beitrag für den Daily Telegraph am 08. Februar 2016 über die Aussprache ihres Nachnamens sinniert: «Powell or Pole, that is the question». Sie beruft sich auf ihren Großvater und nennt sich Pole, was dann aber – etwa am Telefon – häufig mit Pearl oder Pile verwechselt wird. Am Ende verweist sie darauf, dass ihre Kinder es noch schwerer haben werden als sie selbst, weil sie nach ihrem Vater Coke heißen, ausgesprochen allerdings wie Cook (wie der berühmte Richter und Politiker des 16./17. Jahrhunderts Sir Edward Coke). Den gesamten Artikel finden Sie >hier<.