Anthony Powell: ein Kulturphänomen
Der Daily Telegraph – Columnist Simon Heffer hat in der Samstagsausgabe vom 3. Dezember die aus seiner Sicht 12 meist überschätzten Kulturphänomene weltweit vorgestellt. Immerhin: neben Wolfgang A. Mozart, Virginia Woolf und Andy Warhol zählt für ihn auch Tony Powell zum ‚dirty dozen‘:
Snobs of a later generation, and especially those not nearly so clever as they might have thought they were, found it compulsory to worship Anthony Powell’s almost plot-free A Dance to the Music of Time, a dozen volumes of unremitting tedium. I read them 35 years ago when laid up with a broken leg, and nothing did more to make me realise how lucky I was when I could walk again.
I recall them as lacking any ingenuity, any exercise of imagination, any profundity of character (obvious social stereotypes are not characters) and any originality of wit. But then, presumably the sort of bores who like to read them do so because they like being reassuringly bored.
Immerhin scheint Heffer ja bis Bd. 12 ausgehalten zu haben. Sein Ton ist erstaunlich ignorant-herablassend, vor allem von jemandem, der mal für Michael Foot geschwärmt hat, jenen Labor – Chef, dessen Wahlprogramm im Jahre 1983 als ‚the longest suicidenote in British history‘ bekannt wurde. Aber Heffer zählt offenbar zu jenen, die, aus Angst, als Opportunist geächtet zu werden, unter der Zwangsstörung des ‚Anderssein um jeden Preis‘ leiden. Oder waren die seinerzeit gegen die Beinbruch-Schmerzen eingenommenen Medikamente einfach nur überdosiert?
Wir verweisen hier auf Heffer, weil (a) jeder Hinweis auf ‚unseren‘ Autor recht ist und (b) es ja ein Lob der besonderen Art ist, als weltberühmtes Kulturphänomenen zu gelten.
