Das jährliche Literaturfestival in Cheltenham, das von der «Times» gesponsert wird, ist inzwischen ein unverzichtbarer Bestandteil im Kalender des Literaturfreunds. Am 11. Oktober 2013 fand dort eine Diskussion über APs «Dance…» statt, die vom Vice President der APS Patric Dickinson geleitet wurde. Diskutanten waren Hilary Spurling (die den berühmten Leitfaden durch den «Dance…» geschrieben hat und gegenwärtig an einer Biographie über AP arbeitet), DJ Taylor (der Orwell- und Thackeray-Biograph) und Richard Davenport-Hines (der in seinem hoch gepriesenen Buch «An English affair – Profumo …» gleich mehrfach aus den Werken APs zitiert).

Im neuesten Newsletter der APS (Issue 53, Winter 2013) berichtet Allan Lloyd über die Diskussion. Lloyd erlebte die Diskussion als «a very enjoyable hour of talk about Powell», obwohl Davenport-Hines die Diskussion mehrfach in etwas entlegenere Gebiete («very obscure areas…») lenkte, indem er beispielsweise AP mit einem italienischen Autor aus dem 18. Jahrhundert verglich (dessen Name Lloyd entfallen ist und der auch wohl nur eine sehr entfernte Bindung zu Powell aufwies).

Sowohl DJ Taylor als auch Hilary Spurling bekannten, dass sie am Anfang mit dem «Dance…» wenig anfangen konnten. Spurling gab nach wenigen Seiten von «A question of upbringing» («Eine Frage der Erziehung») auf, weil sie nicht nachvollziehen konnte, dass irgendjemand etwas über unerfreuliche Eton-Zöglinge lesen wolle und Taylor fand APs Prosa zunächst  «klumpig» («clotted»). Spurling begann dann mit  «Casanova’s Chinese restaurant» und hat sich von da zurückgearbeitet. Sie hat AP kennen gelernt, als sie ihn als junge Journalistin für den «Spectator» interviewt hat und behauptet, dass AP sie förmlich genötigt habe, den «Dance Companion» zu schreiben, was sie – jedenfalls zunächst – absolut gehasst habe. Beinahe hätte sie ihr Gefallen an seiner Arbeit verloren, denn sie war mehr an der Entwicklung der Erzählstränge und an der komplexen Konstruktion der Bücher interessiert als an den merkwürdigen Charakteren («obscure characters»). Nach Fertigstellung ihres Buches meinte AP, es würde ihm sehr viel Zeit gespart haben, wenn er ihr Buch gekannt hätte, bevor er seine geschrieben habe.

Allan Lloyd berichtet dann weiter, wie über die Arbeitsweise von AP diskutiert worden wäre und dass er an einem winzigen Tisch in einem der Schlafzimmer von «The Chantry» gearbeitet hätte, wo alle vorangehenden Bücher auf dem Boden gestapelt gewesen wären. Er habe dann immer in den alten Büchern geblättert, um den Faden nicht zu verlieren. Wenn die Bücher zerfleddert gewesen wären, hätte sein Verlag ihm neue Exemplare geschickt (was Lloyd zu der sicher interessanten Frage veranlasst, was eigentlich aus den alten Exemplaren geworden ist, die ja sicherlich mit einer Vielzahl von handschriftlichen Notizen versehen waren).

Sodann wurde die Frage erörtert, wie AP seine Geschichten und Figuren entwickelt hat. Powell hat Spurling verraten, dass er für jeden Charakter eine tiefe Schublade (metaphorisch) vorgehalten habe und in der Diskussion wurde dann die Vorstellung entwickelt, wie AP aus der einen Schublade Widmerpool und aus der anderen Pamela hervorgezogen habe und aus einer dritten die Geschichte, wie beide sich kennen lernen. Von Hilary Spurling kam dann die Bemerkung, dass es genug Autoren gäbe, die keine großen Schubladen hätten, aber dennoch ständig daraus zitieren würden.

Allan Lloyd schließt seinen Bericht mit der Bemerkung, er habe sehr vergnügliche Stunden verbracht, wobei sein Vergnügen noch dadurch gesteigert wurden wäre, dass er auf dem Weg zum Parkplatz drei andere Teilnehmer belauschen konnte, die über Proust und die Gründe, warum sie ihn nicht gelesen hätten, diskutierten. Das sei 

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