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Zitat des Monats

 

«Am Ende dieser keilförmigen Phalanx, in langem Abstand zu den anderen, dahinschlendernd, als sei sie ganz für sich auf einem langen einsamen Feldspaziergang, ihre Gedanken weit entfernt und ihren eigenen melancholischen Tagträumen hingegeben, ging, glitt fast, Widmerpools Frau. Ihre Augen waren fest auf den Boden gerichtet, als sie langsam, mit außerordentlicher Anmut, den Gang heraufkam. Als Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellte sie den Rest des Zuges völlig in den Schatten. Das hatte seinen Grund nicht allein in ihrer schlanken Figur und ihrer unterdrückt missmutigen Schönheit. Eine andere schöne Frau hätte nicht mehr als den Eindruck erweckt, eine schöne Frau zu sein. Es war nicht leicht zu sagen, was Pamela Widmerpool darüber hinaus auszeichnete. Vielleicht ihre absolute Selbstsicherheit, die Art, wie sie wortlos zum Ausdruck brachte, dass ihre Gegenwart an sich schon eine Herablassung sei, dass die Tatsache, sich erlaubt zu haben, Teil dieser besonderen Gruppe zu sein, eine hingenommene Entwürdigung der erniedrigendsten Sorte darstelle. Vor allem aber schien sie eine passende Begleiterin bei einem Tod zu sein. Das lag gewiss nicht an ihrer Kleidung, die weit davon entfernt war, düster zu wirken, und eher so aussah, als habe sie sie - wie Isobel später bemerkte - für einen kalten Tag auf der Rennbahn gekauft. Sie trug diese Nähe zum Tod in sich.»

aus «Bücher schmücken ein Zimmer» (Books do furnish a room), Elfenbein 2017

 

 

 

 

 

Tanzen Sie mit ...!

 

Tauchen Sie ein in die Welt von Nicholas Jenkins, Charles Stringham und Peter Templer, werden Sie Teil der entschleunigten Welt des Englands der 20er und 30er Jahre, erleben Sie den «Blitz» über London aus Sicht der Betroffenen und begleiten Sie die britische Gesellschaft der Nachkriegszeit bis hin zum Hippiekult der späten 60er und frühen 70er.

Anthony Powell hat ein breit gesponnenes Netz von unterschiedlichsten Persönlichkeiten geschaffen, die sich über Jahrzehnte hinweg begegnen, aus den Augen verlieren und wieder zusammen kommen, wie die Schriftsteller St John Clark, JG Quiggin und X Trapnel, der Universitäts-Don Sillery («Sillers»), der exzentrische Lord Warminster, der Citymagnat Sir Magnus Donners, der Musiker Hugh Moreland, der Maler Edward Deacon, der Kritiker Maclintick oder der Sektenführer Scorpio Murtlock. Und  neben vielen anderen Adeligen, Gelehrten, Bohemians und Künstlern natürlich den lebenslangen Widerpart des Ich-Erzählers Nick Jenkins, Kenneth Widmerpool, Sohn eines Handelsvertreters für Flüssigdünger, Etonschüler, Anwalt, Unternehmer, Parlamentsabgeordneter, Präsident einer obskuren Universität in den Midlands und dann schließlich Mitglied im House of Lords.

Treffen Sie auf so wunderbare Frauen wie die Tolland Sisters (von denen eine, Lady Isobel, Nicks Ehefrau wird), oder Baby Wentworth, die nie wieder ein Wort mit ihren verflossenen Liebhabern spricht, die wahrsagende Myra Erdleigh, gelegentliche Lebensgefährtin von Onkel Giles, die «fashionable beauty» Bijou Ardglass (Chips

Lovell: «Have you slept with her? Most of one's friends have») und schließlich Pamela Flitton, verh. Widmerpool, einem Kritikerurteil nach «the biggest bitch in English literature».

Kurzum: lesen Sie den zwischen 1951 und 1975 entstandenen 12bändigen  «Dance to the music of time», laut Anthony Powell «told over the dinner table», der Leben und Sterben eines breit gefächerten Freundes- und Bekanntenkreises in der Zeit zwischen 1914 und 1971 nachzeichnet.

 

«... wie trockener Champagner, kühl, humorvoll... . Realistischer als Proust... und viel vergnüglicher» (Evelyn Waugh).

Eine Kurzbeschreibung der einzelnen Romane finden Sie  >hier<.

 

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Erfolgreiche Lesungen in München und Wiesbaden

 

Die gemeinsam mit der Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung (BSCW) und den Literaturhäusern in München und Wiesbaden am 26. und 27.09.2017 durchgeführten Lesungen waren - in München sogar vor ausverkauftem Haus - ein voller Erfolg.

 

Der Schauspieler Thomas Loibl las aus dem dritten Band «Welt des Wandels», zweimal aus «Bei Lady Molly» und schließlich aus dem zur Frankfurter Buchmesse neu erschienenen Band «Bücher schmücken ein Zimmer».

 

Zuvor hatte der Vorsitzende der APG Anthony Powell, sein Werk, seine Rezeption und die deutschen Übersetzungen vorgestellt. Den Text dieser Rede finden Sie >hier<.  Die Presse hat bereits berichtet (siehe >hier<).

 

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APs Biographie von Hillary Spurling erschienen

 

Unter dem Titel «Anthony Powell: Dancing to the music of time» hat die langjährige Freundin von Anthony Powell, die bereits das sehr hilfreiche Handbuch zum «Dance...» geschrieben hatte, dessen Biographie bei Hamish Hamilton veröffentlicht (528 Seiten, £ 25). Die Sunday Times hat diese Biographie bereits am 24.09.2017 durchaus wohlwollend besprochen, wobei es sich der Kritiker John Carey nicht verkneifen konnte, Powell u.a. einen «overprivileged toff» zu nennen.

 

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In the footsteps...

 

Powells Biographin Hilary Spurling hält am 28. Oktober 2017 in der Wallace Collection einen Vortrag unter dem Titel «In the footsteps of Anthony Powell».

 

Das Ganze beginnt um 15.00 Uhr und findet statt in «The Wallace Collection», Manchester Square, London W1. Tickets können erworben werden unter anthonypowell.eventbrite.co.uk oder direkt bei der Wallace Collection (Tel +44 20 7563 9551).

 

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Band 8 des «Dance...» auf deutsch erschienen

 

Noch im Februar 2017 hat der Elfenbein Verlag den von Heinz Feldmann übersetzten achten Band des «Tanzes...»  unter dem Titel «Die Kunst des Soldaten» herausgegeben.

 

Der Roman setzt nach Ausbruch des II. Weltkrieges im August 1941 ein. Nick Jenkins ist zum Divisions-Hauptquartier versetzt worden, wo er Charles Stringham wiedertrifft, der als Kellner in der Offiziersmesse Dienst tut. Der Blitzkrieg über London verlangt erste Opfer...

 

Die Übersetzung ist dieses Mal unterstützt worden von der Brougier-Seisser-Cleve-Werhahn-Stiftung, mit der auch die APG demnächst Lesungen durchführen wird. Wir planen Veranstaltungen in den Literaturhäusern Wiesbaden,  München und Salzburg.

 

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Zwei weitere Bände des «Dance...» auf deutsch erschienen

 

Der Elfenbein Verlag hat zwei weitere Übersetzungen des «Dance...» von Heinz Feldmann vorgelegt: Band 6, der 1962 mit dem Titel «The kindly ones» erschienen ist, hat den deutschen Titel  «Die Wohlwollenden» erhalten, und Band 7 heißt «Das Tal der Gebeine», ursprünglich 1964 unter dem Titel «The valley of bones» publiziert.

 

«Die Wohlwollenden» spielt kurz vor Ausbruch des II. Weltkrieges. Er beginnt mit einer Rückblende auf den Tag, an dem die Schüsse in Sarajevo fallen. Später taucht Widmerpool in Stourwater bei Sir Magnus auf, bereits in Uniform.

 

«Das Tal der Gebeine» führt uns in das Jahr 1940. Nick ist inzwischen Soldat, sein Regiment wird von Wales nach Castlemallock in Nordirland verlegt. Den Kurzinhalt aller Bände des «Dance...» finden Sie >hier<.

 

Der weitere Fahrplan des Elfenbein Verlags sieht vor, dass Band 9 und 10 im Oktober 2017 erscheinen und die abschließenden Bände 11 und 12 im März bzw. Oktober 2018.

 

 

Die ersten fünf Bände «Eine Frage der Erziehung», «Tendenz: steigend», «Die Welt des Wechsels», «Bei Lady Molly» und «Casanovas chinesisches Restaurant» liegen bereits seit einiger Zeit vor und sind von der Presse ausgesprochen positiv aufgenommen worden: 

 

Very British - und besser als Balzac ... Die schönste lange Romanreise der Weltliteratur ... Elegante Übersetzungen Heinz Feldmanns ...

(Andreas Isenschmid, DIE ZEIT)

 

Feldmann hat ... ein sicheres Gefühl für den Rhythmus der oft langen Perioden und trifft den Ton beim fast noch schwierigeren Geplauder. Kurz, er ist der richtige Mann für den riskanten Job ...

(Michael Maar, Süddeutsche Zeitung)

 

Die Musik dieses Erzählers ist mitreißend ... ein Gipfeltext des 20. Jahrhunderts ...

(Tobias Döring, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

 

... eine ins Unendliche gedehnte Dinnerparty ... ein Großversuch, das Leben zu begreifen ...

(Martin Ebel, Tages-Anzeiger)

 

Die einzelnen Bände können direkt beim >Elfenbein Verlag< bestellt werden.

 

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Powell oder Pole?

 

Die Enkeltochter von AP, Georgia Powell, hat in einem Beitrag für den Daily Telegraph am 08. Februar 2016 über die Aussprache ihres Nachnamens sinniert: «Powell or Pole, that is the question». Sie beruft sich auf ihren Großvater und nennt sich Pole, was dann aber - etwa am Telefon - häufig mit Pearl oder Pile verwechselt wird. Am Ende verweist sie darauf, dass ihre Kinder es noch schwerer haben werden als sie selbst, weil sie nach ihrem Vater Coke heißen, ausgesprochen allerdings wie Cook (wie der berühmte Richter und Politiker des 16./17. Jahrhunderts Sir Edward Coke). Den gesamten Artikel finden Sie >hier<.

 

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«Lives of the novelists: a history of fiction in 294 lives»

von John Sutherland (Profile Books, London, 2011)

 

John Sutherland ist emeritierter Professor für englische Literatur und hat ein Buch über 294 Autoren veröffentlicht, unter denen sich - natürlich - auch Anthony Powell befindet. Der «must read text» ist «The Acceptance World» und die Referenzbiographie ist die von Michael Barber. Eine Besprechung des Buchs von Jeffrey Manley finden Sie >hier<.

 

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London Quarterly Pub Meets

 

Unsere Schwestergesellschaft, die Anthony Powell Society UK, hält einmal im Quartal ein Pub-Meeting ab, um sich untereinander besser kennen zu lernen und über AP zu diskutieren. Treffpunkt ist in «The Audley», Mount Street, London W1 (Termine siehe >hier<).

 

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