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Richard Davenport-Hines

Richard Davenport-Hines ist Historiker und hat bereits den Wolfsohn Prize for History gewonnen. Er hat Biographien von W. H. Auden und Marcel Proust geschrieben und das von der Kritik hoch gepriesene Buch Titanic Lives. In seinem neuesten Buch «An English affair - sex, class and power in the age of Profumo» beschäftigt er sich - vor dem Hintergrund der berühmten Profumo/Keeler-Affäre - mit der englischen Gesellschaft und ihren sozialen Vorstellungen Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre. Mehrfach beruft er sich auf AP als Zeitzeugen und dessen Romane als Schilderungen der damaligen Verhältnisse.

 

Die erste Erwähnung ist nicht schmeichelhaft, aber ehrenvoll: die Schilderung der Lektüre des regierenden Premierministers Harold Macmillan wird mit der Bemerkung eingeleitet, dieser lese AP, halte diesen aber für «witty, but pointless». Die Lektüre des «Dance...» erfolgt lediglich als vorbeugendes Training für die Lektüre von Marcel Proust.

 

Das zweite Zitat bezieht sich auch auf Harold Macmillan, allerdings im Zusammenhang mit dessen Ehescheidung. AP wird in Bezug auf die 1930er Jahre zitiert, nämlich mit dem Hinweis, dass «the world inclines to take the side of the partner with most vitality, rather than the one apparently least to blame» («The acceptance world», 1955, S. 171).

 

Das nächste Zitat stammt aus «At Lady Molly's» (1957, S. 182) und ist schon näher am Thema Profumo/Keeler. Es beschäftigt sich mit dem typischen Nachtclubbesucher der Zeit: «... that anonymous, indistinct grace of nightclub frequenters, as undifferentiated and lacking in individuality as the congregation at a funeral».

 

Und das vierte und letzte Zitat wiederum stammt aus «The acceptance world» (1955, S. 1), als AP die Gegend um Paddington Station mit «an air of secret, melancholy guilt» beschreibt.

 

Wie schon bei Christopher Hitchens belegen die Zitate bei Richard Davenport-Hines, dass AP heute wieder als Autorität für gewisse Lebensumstände und Verhältnisse der englischen Gesellschaft wahrgenommen wird. Wenn eine jüngere Generation von Schriftstellern und Historikern sich zum Beleg ihrer Feststellungen auf die Authentizität der vorangehenden Schriftstellergeneration beruft, dann ist der Weg zum «Klassiker» nicht mehr weit.